Frühling 2018 in Griechenland

  • Dienstag, 13.3.2018 Kalo Nero - Bucht von Navarino
    Zum Frühstück tritt Franki mit einer Gesangsdarbietung auf - wir sind hingerissen. Auf den Flügeln dieses Gesanges entführt uns das Navi in die Berge Messiniens. Das Womo schwingt sich durch silberne Olivenhaine, das tiefblaue Meer leuchtet herauf, es ist traumhaft. Wenig später schwingt das Womo nicht mehr, vielmehr rumpelt und pumpelt es, weil sich nämlich die Strasse in einen besseren Ackerweg verwandelt hat, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt. Die Lage ist schwierig und irgendwann macht das Auspuffrohr nähere Bekanntschaft mit den tiefen Rinnen in der Strasse. Erste Schadensbegutachtung: Rohr nur leicht verbogen, nicht gerissen, aber in die Jahre gekommen. Also weiter im Text. Auch die Zufahrt zum Geheimplatz an der Bucht von Navarino ist nicht ohne, aber zu meistern und der Platz ist die Mühe hundertmal wert. Windgeschützt, die Sonne scheint auf ein glitzerndes Meer, das zwar reichlich frisch ist, sich aber hervorragend zum Wasserwaten eignet.




    Das Paleokastro kann mir gestohlen bleiben, erst recht, als Anni und Franz wieder herunter kommen und erzählen, wie´s dort oben ausschaut. Aussicht ist auch nicht alles. Ewald ist geistig ausgelastet; er sucht nach einer Reparaturmöglichkeit - seine Geschicklichkeit und ein Drahtkleiderbügel lösen letztendlich auch dieses Problem. Schon tüchtig, unser Chefe! Der Womohaushalt Tarkus bittet heute zu Tisch - selbstverständlich am Strand: Kalbsbraten mit Teigwaren. Das war für die gekränkte Fahrerseele wohl ein echtes Labsal. Vielen Dank an Anni und Franz!

  • Mittwoch, 14.3.2018 Navarino-Bucht - CP Koroni
    Viel zu schön ist dieser Platz, um ihn schon wieder zu verlassen! Aber erstens stehen wir hier ja verbotenerweise, und zweitens soll ein CP angepeilt werden, den Anni und Franz schon kennen. Also auf nach Koroni an die Ostseite des westlichen Peloponnes-Fingers. Dass griechische Dörfer aber auch immer so eng sein müssen! Einmal mehr stecken wir; diesmal hat ein griechischer Autofahrer den Schwarzen Peter. Er müsste samt Anhänger zurücksetzen und kann es nicht. Nach einem klassischen südländischen Palaver nimmt Franz die Dinge in die Hand, rangiert das Hindernis gekonnt aus dem Weg und ein paar Minuten später haben wir die Engstelle gemeistert und rollen nach Koroni hinunter. Ganz unmerklich hat sich auch die Vegetation geändert; die Olivenbäume bekommen Konkurrenz von Zitronen und Orangen, viele Büsche blühen hier schon. Der CP ist gemütlich und hat ausreichend grosse Stellplätze. Kurz nach uns trudeln - vom Schicksal hierher verschlagen und leicht geschlaucht - Lisi und 6 Alfred ein, und da wir die einzigen Gäste sind, ist der CP sozusagen fest in österreichischer Hand. Wir freuen uns über viel heißes Wasser und eine Waschmaschine! Nach Beendigung des waschtechnischen Teils beginnt der kochtechnische. Bratwürste unterschiedlichster Herkunft mit Salat und Überraschungsbeilage. Der vermeintliche Couscous entpuppt sich nämlich als Miniaturteigware in der Größe von Grieskörnern. Wirkt eher wie eine Suppeneinlage! Dem Mutigen gehört die Welt! Ich koch das einfach und erkläre es zu Couscous, der sich mit dem geraspelten Gemüse auf das Erfreulichste vermählt. Essen gerettet! Wir tafeln wieder im Freien, abends wird es dann aber doch empfindlich frisch, sodass weitere Aktivitäten ins Womo verlegt werden.

  • Donnerstag, 15.3.2018 S T E H T A G


    Nach dem Sonnenscheinfrühstück vor dem Womo wird die Waschorgie fortgesetzt, mutiert zu einer Womo-Putz-Session, dann ist es - zumindest für mich - genug und ich läute eine Stunde Nichtstun ein. Später gehen wir in den Ort, Alfred entschließt sich spontan, für alle zu kochen und hat plötzlich drei Kilo Einkauf am Hals bzw. in der Hand. Damit wandert es sich nicht sehr bequem.


    Ich lass die anderen zu Burg und Kloster pilgern,



    setz mich auf eine Kaffeehausterrasse am Meer, schieb die Einkäufe von einem Schattenfleck zum nächsten und schau den Möwen zu. Nach eineinhalb Stunden sind alle wieder da, drei Stunden später werden wir zu Tisch gebeten: Lammeintopf mit viel Gemüse, ausgezeichnet und sehr gesund;


    für Ewald wohl etwas zu gesund, denn er kommt zum Ausgleich mit allerhand Süßem als Dessert angerückt! Nach einer Runde Blödeln geht´s ans Geschirrwaschen und ab in die warmen Womos.

  • Freitag, 16.3.2018 Koroni - Agios Nikolaos
    Ewalds Schuhe haben die Felskletterei nicht überstanden, es müssen neue her. Nach ausführlichem Verabschieden steuern wir die Womos zwecks Schuhkauf in die Innenstadt von Kalamata. Mit PP ist dort nix, wir stellen uns zur City Hall, zu der Wegweiser großzügig herumstehen und tappen in die shopping mall. Dort bekommen wir Ewalds Schuhe und auch ein Kaffee mit Kekserl geht sich aus, bevor wir die "Mani" in Angriff nehmen. Es ist recht diesig, das Meer merkwürdig bleiern, hoffentlich bedeutet das nicht Regen. Der höchste Gipfel trägt noch reichlich Schnee! Gegen 15h30 rollen wir über den winzigen Dorfplatz von Agios Nikolaos zu einem außerhalb liegenden SP, der uns aber nicht sonderlich gefällt. Wir drehen um, nehmen zunächst einmal mit dem Straßenrand vorlieb - es ist ohnehin noch keine Saison - und weil der Hunger an uns nagt, marschieren wir zurück ins Dorf. Der Empfang in der Taverne beim Hafen könnte liebenswürdiger nicht sein. Wir essen richtig griechisch - also lang - und alles schmeckt ganz wunderbar.


    Abends - nachdem wir unsere Womos in den Hafen verholt haben - finden wir uns schon wieder ein, denn freitags gibt es griechische Musik - und zwar für Einheimische! Touristen sind außer uns kaum da, die kommen erst später im Jahr. Die meisten Gäste sind Bewohner aus der Umgebung und so wird es ein sehr stimmungsvoller Abend, an dem sogar zu vorgerückter Stunde die ungemein einnehmende Wirtin ihre Gäste höchst eindrucksvoll mit einem griechischen Volkstanz überrascht. Auch andere Gäste tragen zur Gestaltung des Abends mit Gesang und Tanz bei - für uns ein sehr ungewöhnliches Erlebnis.


    An unserem Tisch sorgt Ewald unfreiwillig für Unterhaltung mit dem - für ihn ziemlich ausgefallenen - Wunsch, ein Glas Mavrodaphne zu bekommen. Im Lokal gibt es keinen; es wird jemand ausgesandt, einen solchen im Dorf aufzutreiben. Leider gelingt das auch nach mehr als einer Stunde noch nicht, was für endloses Gelächter sorgt. Schließlich bekommt der arme Mann wenigstens ein Glas "ähnlichen" Rotwein, der ihm aber natürlich nicht schmeckt.

  • Samstag, 17.3.2018 Agios Nikolaos - CP Mani Beach/Githios
    Gefrühstückt wird heute auch "außer Womo" - nämlich auf dem Dorfplatz.


    Während wir schmausen, schauen wir zu, wie rund um uns das Leben erwacht. Auch der Greisler tut das, der alles hat, was wir brauchen - auch Mavrodaphne! Und schon geht´s auf die andere Seite des "Mittelfingers" - wir werden Susanne und Johnny einen Besuch abstatten. In zahllosen Kehren geht es steil hinauf; Mimosen-, Stechginster- und Wolfsmilchbüsche und tausende bunte Frühlingsblumen säumen die Straßenränder und aus der Tiefe leuchtet das azurblaue Meer herauf. Auf der Ostseite realisieren sich allmählich Ewalds Träume: Orangenhaine! Es sind noch nicht viele, aber immerhin! Und schon sind wir da - Mani Beach. Ein CP nach dem Winterschlaf im Frühlingserwachen. Susanne und Johnny stehen gerade "im Weg", als wir an ihrem Wigwam vorbeikommen - großes Hallo; dann müssen wir erst einmal Platz suchen und uns einrichten. Kochen, waschen, duschen, essen, abwaschen, Meer schauen -


    schnell ist so ein Nachmittag vorbei. Der Besuch bei Susanne und Johnny dann auch; es wird nämlich doch reichlich frisch und man beginnt vom gut geheiztem Womo zu träumen.

  • Sonntag, 18.3.2018 S T E H T A G


    Grau und feucht beginnt der Tag des Herrn! Die Zeichen stehen auf Regen, Sturm und langes Frühstück mit Musik - sehr gemütlich. Gegen Mittag kommt Bewegung in die Szene. Die Wolken lichten sich, die Wellen brechen sich und wir alle brechen zu einem kleinen Strandspaziergang auf, der dann doch immerhin knapp zwei Stunden dauert.


    Das halb verweste Gerippe einer Schildkröte wird gesichtet und aus dem Sand gezogen; das nachfolgende Händewaschen in der wilden Brandung sorgt bei Ewald - als einziger barfuss unterwegs - für nasse Hosenbeine, die auch während der restlichen Wanderung nicht trocken werden.


    Nach diesem Überangebot an Sand, Wind und Salzwasser ist eine heiße Dusche die reinste Wonne - der Weg dorthin im übrigen auch: mit Gänseblümchen übersäte frischgrüne Wiese!


    Für unsere gemeinsame Mahlzeit fügen wir im Sinne der Resteverwertung alles zusammen, was die Kühlschränke noch hergeben; den Tisch tragen wir, dem Lauf der Sonne folgend, immer dorthin, wohin sie gerade scheint, denn natürlich zieht sich so ein Essen in die Länge. Dem rosaroten Abendlicht folgt ein sternenbestickter Himmel, es wird empfindlich kühl, daher - siehe Vortag.

  • Hallo Mc luis, ich weiß nicht, ob dir nicht das "Arschabfrieren" lieber ist, wenn du den folgenden Beitrag liest............


    Montag, 19.3.2018 S T E H T A G


    Die Sonne scheint - wir bleiben noch. Mistras läuft uns nicht davon. Hier gibt es Internet, die Männer können ihren Hobbys frönen und stehen den Putzteufelinnen nicht im Weg. Nach getaner Arbeit wäre ein Sonnebad fein, aber der Wind, der Wind ........ na gut, gehen wir halt Blumen pflücken und vielleicht fotografieren. Von Westen kommen finstere Wolken herangesegelt, die Sonne versteckt sich, das Meer wird ganz grün - eine tolle Stimmung. Anni und Franz gehen eine Runde laufen - sehr tapfer bei dem Wind! Bald darauf laufen die Vorbereitungen fürs gemeinsame Futtern an: Risotto frutti di mare. Die Rollenverteilung ist wie gehabt: die Männer kochen, alle essen, die Frauen waschen ab. Danach folgen wir der Einladung von Susanne und Johnny. Es wird ein sehr lustiger Abend, zwischendurch zieht ein Gewitter mit wilden Sturmböen vorüber; als wir heimgehen, schwimmt der halbe Campingplatz.
    Leider aber nicht nur das: als wir zu unseren Womos zurückkommen, liegt auf Frankis Carthago ein halber Eykalyptusbaum; der Sturm hat ihn entwurzelt. Alle vier Dachluken sind zerstört, ins Innere ragt ein Ast, drinnen herrscht Chaos - es ist ein Bild des Jammers. Ewald mobilisiert Johnny + zusätzliche Taschenlampen, damit man in der Finsternis überhaupt was sehen und Doku-Fotos machen kann. Franki holt den CP-Verwalter, der mit einer Motorsäge anrückt.




    Vorsichtig werden Stück für Stück Äste abgeschnitten, damit man die Aufbautür öffnen und vor allem das Womo wegfahren kann, denn die Dachluken müssen provisorisch abgedichtet werden und was dem entwurzelten Baum sonst noch einfällt, weiß man ja auch nicht. Johnny steuert dicke Plastikfolie bei, ich grabe alle verfügbaren trockenen Tücher und einen Maßstab aus; Franki und Ewald kraxeln aufs Dach, wir herunten schneiden Folienstücke zu, mit denen die beiden dort oben die Dachluken abdichten, sollte es nachts nochmals regnen, was es freundlicherweise jetzt wenigstens nicht tut. Anni liefert auf der Leiter Folie und Werkzeug von unten nach oben, dazwischen versucht sie erstaunlich gefasst, im Womo Ordnung zu schaffen. Die Situation ist nicht unbedingt der Wunschtraum eines Womofahrers! Jetzt ist Mitternacht vorbei und das Wichtigste erst einmal erledigt, morgen bei Tageslicht werden wir weitersehen.

  • Dienstag, 20.3.2018 S T E H T A G (zwangsläufig)


    Bei Tageslicht sieht die Sache auch nicht besser aus; neuerlich werden Fotos gemacht, der gestürzte Baum ist riesig, ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist. Jetzt wird erst einmal getagt, wie wir weiter vorgehen. Versicherungskontakt etc. etc.



    Man kannn hier sehr schön sehen, wie groß der Baum war.

  • Hallo zusammen.
    auch ich bin geschockt über euer Unglück und kann euch nachfühlen, wie die Nacht verlief.
    Das schöne neue Womo von Franz und Anni so beschädigt, ich kann es kaum fassen.
    Hoffentlich drückt sich die Versicherung nicht wegen höherer Gewalt. Alles Gute! :thumbup:


    Liebe Grüße, unsere Daumen sind fest gedrückt, daß diese Sache zumindest halbwegs gut ausgeht.


    lockerine & locker.

  • hallo franz und anni.
    da habt ihr glück im unglück gehabt das ihr nicht im womo gewesen seit.ansonsten eine schöne bescherung.hoffentlich bekommt ihr die kaputten dachlucken für die weiterfahrt(heimfahrt ) dicht.hatten wir doch auch voriges jahr eine vom winde verwehte dachlucke bei unserer heimreise von rügen zum glück wurde sie in leibzig beim bergerpartner gut und dicht abgeklebt und wir konnten dicht nach hause fahren.
    herzliche grüße von inge horst und moritz an alle. :wowafahr:

  • Oje, das ist grausam. :cursing:
    Ich wünsche Euch, dass ihr den Schaden halbwegs reparieren könnt, und trotzdem eure Griechenlandreise fortsetzen könnt.
    Viel Glück und Kopf hoch (sagt sich aus der Ferne auch leichter).
    Wir sind sicher alle mit guten Wünschen und Gedanken bei euch.

  • So ein schaass :!:
    Wir wünschen Euch, dass Ihr den Schock schnell verdauen koennt, und sich der Schaden halbwegs in Grenzen hält.
    Wir sind in Gedanken bei euch, gut nur, dass euch nichts passiert ist.


    Zum Glück habt ihr mit Silvia und Ewald zur Unterstützung, lasst euch nicht unterkriegen, alles gute wünschen

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